Hoffnungsvolles Kind.

Manchmal bin ich wie ein kleines Kind. Dann schaue ich mir staunend die Welt um mich herum an, wie wunderbar sie doch ist, wie viel Spaß es machen kann in ihr zu leben. Ein Teil ihrer zu sein, all ihre Facetten wahrzunehmen, die Geborgenheit zu spüren und das Leben genießen zu können.

Aber dann wunder ich mich oft über andere Menschen, die mich, ihr Kind in sich, verloren haben. Ich sehe sie mit tiefen Sorgenfalten durch diese Welt gehen und über Belanglosigkeiten des Alltags zu reden. Doch sehen sie nicht den schönen Regenbogen dort am Horizont? Manche laufen gebückt, so als würden sie die ganze Welt auf ihrem Rücken tragen, blicken hoffnungslos und leer auf ihren eigenen Schatten. Ich springe neben ihnen her und lache und sie fragen mich, wie ich nur so fröhlich sein kann, es ist doch ganz dunkel, der Himmel ist so bewölkt und zu dem regnet es. Ich schaue strahlend in diese matten Augen und zeige ihnen die Wunder dieser Welt: da die schöne Blume am Wegesrand, dort ein Tropfen auf dem Blatt, hier ein Fußabdruck im Sand. Sie schauen mich stumm mit einem eingefrorenen Lächeln an und heucheln ihre Aufmerksamkeit, während sie sich fragen, was an den ganzen Sachen denn so toll sein soll. Ich kann es ihnen nicht erklären, weil es für mich so selbstverständlich ist diese Wunder zu sehen. Es ist wie atmen.Viel schwerer liegt es mir mich kenntlich zu machen. Meine Lebendigkeit mit all diesen Menschen hinter ihren grauen Schleiern von Traurigkeit und Taubheit zu teilen. Sie zurück zu holen in dieses Leben.

Ich will es ihnen zeigen, ich will ihnen alles zeigen, was ich sehe, was ich erlebe, aber sie beachten mich nicht. Sie schieben mich weg, wie ein altes abgenutztes Paar Schuhe und vergessen mich. Vergessen, dass ich ein Teil ihrer war und immer noch bin! Aber irgendwann werden sie sich wieder an mich erinnern und ich werde ihnen nicht grollen, sondern sie mit offenen Armen empfangen, denn sie sind ich und ich bin sie. Dann werde ich sie wieder lehren zu wundern, sie werden mich wieder lehren zu verstehen. Noch ist es nicht soweit. Noch werde ich ignoriert, aber hin und wieder wachen Menschen auf, entdecken mich und freuen sich darüber! Bitte nimm mich an! Ich bin ein Teil von dir, ich gehöre zu dir! Wenn du mich verleugnest, verleugnest du dich selbst!

Ich liebe dich!

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