Not the same procedure.

Wenn man immer darüber spricht, das vergangene Jahr noch einmal rückblickend, so kurz vor dem Jahreswechsel, zu betrachten, klingt es doch immer wieder sehr vergänglich. Wie etwas unwirkliches, ganz anders als dieses Gefühl welches sich in jener vergangenen Gegenwart, in der man mittendrin stand, so nahe anfühlte und heute so fern erscheint und droht sich im Kopf in Vergessenheit aufzulösen. Doch: „Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“

Denn wir vergessen ja nicht wirklich. Uns kommt dies nur so vor, weil wir uns immer genau an das zurück erinnern wollen, was wir wirklich nicht mehr wissen, weil es nunmal scheinbar keine tiefere Bewandtnis für unser Leben hatte. Das was uns wirklich bewegt finden wir eine Ettage tiefer in unserer Brust, in unserem Herzen. Denn wer auf sein Herz hören kann braucht sich nicht mehr nur auf seinen Kopf verlassen um zu erkennen, dass rein gar nichts vergänglich ist, weil alles was uns geschieht uns zu diesem Menschen formt den wir im Jetzt verkörpern, desen Persönlichkeit wir wiederspiegeln. Jeden einzelnen zu dem formt, was und wer er ist. Das vergangene formt bleibendes und wird somit unvergänglich gemacht, genauso wie auch alles kommende bleibendes hinterlassen wird. Wir selbst sind die Vergangenheit in einer stetigen Gegenwart und tragen diese in unsere Zukunft.

Wenn ich auf mein Jahr zurück schaue, sehe ich viele Veränderungen und Beständigkeiten im stetigen Wandel. Umformungen von Vertrautem. Jedoch erkenne ich nichts als wirklich vergangen. Ich sehe mich augenblicklich in diesem Menschen, der ich geworden bin, durch diese Zeit, an allen Tagen in allen bisherigen Jahren, die hinter mir liegen. Es gab viele Menschen, die gingen und doch blieben, ich sehe diese in meinem Handeln und Denken und erkenne sie wieder. Es gibt fast täglich neue Menschen die in mein Leben treten und mich weiter formen. Es gibt Freundschaften, die neue Intensitivitäten bekommen. Und zu ganz besonderen Zeiten kehren sogar Menschen in das eigene Leben zurück, welche man irgendwann auf dem Weg verlor. Menschen denen man dankbar ist, ohne jemals ein Wort der Dankbarkeit an diese ausgesprochen zu haben. Und dann ergeben sich die Chancen versäumtes nachzuholen. Emotionale Klarheiten zu schaffen. Altem die Möglichkeit geben in einem neuen Glanz zu erstrahlen. Den dicken Staub der Vergänglichkeit weg zu pusten und immer wieder dem noch Unentdeckten unter den bisherigen Erfahrungen neu zu begegnen. Mein Blickwinkel veränderte sich auch in den Tagen des vergangenen Jahres stets und ständig und ließ mich immer wieder aufs neue jene Dinge genießen und schätzen, welche ich vielleicht noch vor längerer Zeit zu Unrecht verurteilte. Inmitten alltäglicher Begebenheiten wird mir oftmals bewusst wie wertvoll dieser ganze Rhytmus ist. Ein Rhytmus der nicht immer in einem gleichmäßigen Takt seine Melodien findet, aber gerade daurch ein unbeschreiblich großes Spektrum an Klangfarben in den Alltag legt. Menschen, Situationen, Entscheidungen, Schicksale, Freuden münden in eine große Vielfältigkeit inmitten dieser Gesellschaft in der ich mich bewege und legen mir wahre, immer wieder neue Schätze direkt vor meine Füße.

Es wäre absurd für mich mir feste Vorsätze für das kommende Jahr zu stellen. Es wäre absurd, weil eben nicht zu Neujahr ein Ende, und schon gar nicht ein Anfang zu erwarten ist. Vielleicht ist es einfach nur gut, aufzupassen, dass so manches Ziel nicht die Sicht, und schon gar nicht den Weg versperrt. Und wenn schon ein Vorsatz bestünde, dann möge ich weiterhin versuchen aus den mir gegebenen kleinen Dingen, ganz großes zu gestalten. Wenn ich weiterhin loslassen kann von manchem festgefahrenen Ziel und hin und wieder allein der Zeit die Kraft geben kann etwas zu ändern und mir von ihr den Weg zeigen lasse, bin ich davon überzeugt, dass ich vielleicht nicht schneller an manche Erfüllung gelange, jedoch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit und viel weniger Zweifeln. Das Leben hat in diesem Jahr wieder einmal mehr gezeigt, wie schnell sich alles verändern kann, wenn man nur genug Zeit investiert um die wahren Werte zu erkennen und sich selbst nicht nur von außen sagen zu lassen, man lebe in einer Traumwelt der Unmöglichkeiten. Vielleicht tut dieser oder jener das, doch entscheidet man selbst, ob sich ein Traum realisiert und ob man seinen Traum lebendig gestaltet oder sich weiter in einer Traumwelt bewegt und es letztendlich zum Albtraum wird. Es sei jedem der Erfolg durch das ganze Jahr gewünscht, der es der Zeit und sich selbst erlaubt, und vor allem den Willen findet, dem Takt folgen zu wollen, der uns mit solch viel Kraft in Bewegung setzen kann, um immer wieder das neue zu entdecken, hinter uns, vor uns, um uns. Das wünsche ich mir, das wünsche ich Dir, das wünsche ich uns allen.

Mit diesen Worten, allen meinen Freunden und Lesern meines Blogs, alles Liebe und einen erwartungsvollen und vor allem herzensoffenen Jahreswechsel ins 2015. Danke für Eure Treue und bis die Zeit irgendwo, irgendwann auf unseren Wegen.

„Every year not the same procedure.“

Herr Sushi with love&butter from anywhere.

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