Erwartend im Warten.

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Leben – Etwas so wunderbares und vor allem einzigartiges. Aber Du sitzt einfach nur da. Du denkst nach und tust nichts, gar nichts. Wenn Du vieler solcher Tage hast, denkst Du dein Leben ist absolut frei von jeglichem Sinn. Du denkst, Du hast versagt. “Die Anderen”, die haben so viel zu tun. Die machen etwas. Die haben etwas. Sie haben das, was Du nicht hast, denkst Du. “Die Anderen” sind es, warum Du denkst, dass Du versagt hast. Du vergleichst, immer wieder, immer weiter vertiefend. Sitzt da, verschwendest deine Zeit. Bist erwartend im Warten.

Du bemerkst, dass Du etwas nicht hast. Das nicht hast, was der andere zum Leben braucht. Was ihn glücklich macht. Du dagegen hast es nicht. Du denkst, dass ist der Grund, warum Du nicht glücklich bist, nie glücklich sein kannst. Du willst es auch haben, doch bekommst es nicht. Nein, Du hast es nicht. Vielleicht, denkst Du, bekommst Du es nie, niemals und wirst ewig auf der Suche sein, dein Leben lang. Du suchst nach der Erfüllung deiner Leere. Nach diesem Etwas. Das, was die anderen so glücklich macht. Dazwischen gibt es Tage, an denen Du nicht suchst, sondern einfach aufgibst und dich der Leere opferst. Einfach so. Einfach loslassen willst von deinem Atem. An diesen Tagen verschwendest Du deine Zeit. Sitzt da, drohst dich in rotierenden Gedanken zu verlieren und unternimmst nichts, um es zu finden. Deshalb hast du ein schlechtes Gewissen an diesen Tagen. Weil „die Anderen“ es ja haben und schon immer gehabt haben. Sie haben nie verschwendete Tage. Natürlich, sie sitzen, sie denken. Genauso, wie Du. Doch sie haben das sichere Gewissen, dass sie es ja haben. Es ist immer da. Es bleibt vielleicht nicht. Aber das zählt nicht. Nicht in diesem Moment, nicht an diesen Tagen. Sie haben es. Du denkst, ohne dieses Etwas kannst Du nicht glücklich sein. Das macht Dich traurig. Du weinst und fragst Dich, warum es „die Anderen“ gefunden haben, Du jedoch nicht. Du fragst Dich, ob sie auch so verzweifelt danach gesucht haben oder ob sie es nur zufällig fanden. Irgendwo. Irgendwann.

Dann kommst Du an einen Punkt, an dem Du Dir sagst, wozu solltest Du danach suchen? Du weißt weder was es ist, noch wie es ist. Du willst es wissen. Aber brauchst du es wissen? In diesem Moment redest Du dir ein, dass Du auch ohne dieses etwas leben kannst. Du kannst Leben. Das Leben leben ohne dieses Etwas, jedoch klappt das aber letztendlich dann doch nur wieder bis zu diesen bestimmten Tagen. Dann sitzt Du wieder da, hast es noch immer nicht gefunden. – Natürlich nicht, Du hast ja auch nicht danach gesucht. Aber trotzdem gelebt und Spaß gehabt. Darüber freust Du dich. Dann bist Du für einen Augenblick glücklich. Doch Du weißt auch, dass es da weiterhin „die Anderen“ gibt, die auch an diesen verschwendeten Tagen, glücklich sind. Dann bist Du wieder traurig. Und suchst weiter. Du denkst, Du brauchst vielleicht gar nicht suchen und irgendwann, ja irgendwann kommt es zu Dir. Von allein. So hat es auch bei manch anderen geklappt. Also lehnst Du Dich wieder zurück und wartest. Sitzt. Denkst. Verschwendest einfach deine Zeit und wartest darauf, dass das Glück an deiner Tür klingelt und Dich an seine Hand nimmt. Und während Du wartest, rast das Leben an Dir vorbei, rast vorbei und nimmt all die Antworten auf deine Fragen mit hinein in das Leben “der Anderen”, die doch irgendwo in diesem, dir so befremdlichen Leben, einen Platz für Dich frei halten. Ganz bestimmt. Und doch bist Du taub, bleibst still und deckst Dich mit all deinen Fragen zu, bis Dich deine Tränen wieder schützend in deine eigenen Mauern einhüllen mit ihrem trügerischem Trost.

Und wieder bleibst Du unerreichbar …
Unerreichbar für die anderen.
Unerreichbar für Dich selbst.

Bleibst erwartend im Warten.

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