Wie das Leben so spielt.

Meine Hände begannen zu zittern, meine Knie wollten versagen und mich zu Boden sacken lassen. Für einen kurzen Moment wollte ich alles aufgeben und es nicht wahr haben, was gerade um mich herum passiert. Wollte davon rennen, als hätte ich eine Wahl der Wahrheit zu entrinnen, als könne ich davor weglaufen. Liebend gern hätte ich mich wie früher als kleines Kind hinter jemanden gestellt, der mich schützen könne, der mir das ersparte, was man heute bittere Wahrheit nennt. Liebend gern, wäre ich noch ein Kind, als das Schlimmste für mich ein Fall vom Fahrrad war. Als meine Eltern die größten Helden waren und mit einem Pflaster alles wieder in Ordnung brachten.

Doch je älter man wird, umso mehr sieht man, dass es schlimmeres gibt, als dieser kleine Fall. Man merkt, dass es Dinge gibt, die sich nicht einfach mit einem Pflaster kurieren lassen. Vor diesen Dingen versucht man vergebens zu entkommen, denn obwohl du es leugnen willst, weißt du, dass sie passieren werden. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl jemanden gehen lassen zu müssen, jemanden nicht helfen zu können. Es ist unmöglich zu beschreiben was in einem vorgeht, wie sehr man sich davor sträubt die Wahrheit zu akzeptieren. Doch zugleich realisiert man auch, dass das Leben eben genauso spielt. Ob es uns gefällt oder nicht ist eine andere Frage, aber das, was passiert, lässt sich meist nicht ändern. Wir können solche Dinge nicht beeinflussen, nicht entscheiden, so sehr wir es auch wollen – aber akzeptieren. Es ist manchmal ein großes melodramatisches Theaterstück. Wir können einfach nur dabei zusehen wie das Leben spielt oder in unserer Rolle aufgehen.

Es ist seltsam dieses Leben, dieses Spiel. Seltsam schön, seltsam schmerzhaft, seltsam selten, sind diese Begebenheiten in unserem Leben. Trotz jeglicher Ähnlichkeiten ist alles individuell. Wie wunderbar erleichternd es dann doch ist, eine Stütze, eine Erwartung zu haben. Die einem verdeutlicht, dass egal was kommt, egal wie schwer es wird, alles weitergeht. Die Welt sich weiterdreht. Und ich allein bestimmen kann, ob ich dieses Angebot annehme. Ob ich in meine Rolle schlüpfe und mitspiele. Kann mich entscheiden, ob ich in meine Trauer, in meine Ängste hinein falle und drohe darin zu ersticken oder gehe ich immer weiter, renne, suche, verspüre den Drang meinen Willen zu folgen? Es wird immer schwierig sein. Immer wieder werden Hindernisse, Niederlagen und Verluste auftauchen. Und doch liegen auf dem Weg immer wieder diese Augenblicke des Glücks. Und gerade wegen all diesen Schwierigkeiten die uns begegnen können wir sie sehen,  fühlen und auskosten, diese Glücksmomente, die das ganze Leben Begleiter und Rettungsfallschirme sind, wenn wir drohen den Boden unter unseren Füßen zu verlieren und haltlos zu fallen. Es bleibt bestehen: Wir lernen erst etwas schätzen, wenn man den Verlust zu spüren bekommt. Es ist wunderschön, wenn selbst eine Kleinigkeit uns zum Lächeln bringen kann, nachdem wir nur nach dem großen Weiten strebten. Ab und zu brauchen wir das alles, diese Achterbahnfahrten in unserem Leben mit all seinen Dramaturgien, um hin und wieder zu spüren, dass wir wirklich leben und aufgehen können in unserer Rolle des Lebens.

Weiter leben, weiter suchen
Ganz einfach das zu wollen
was es noch nicht gibt.

Augenblicklich werde ich ruhiger, finde zurück zu mir und lebe …

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