Eine Umarmung nur.

Ich träume davon, dass ich eines Tages finde, wonach ich wirklich suche. Träume davon, mein Ziel zu finden, von dem ich träumen kann. Ich verspüre oft das Gefühl, dass ich beschützt werden müsste in dieser Welt, wie sie ist. Das ist wirklich paradox, weil ich erstens schon einige Lektionen in meinem bisherigen Leben gelernt habe und ich mir zweitens durchaus dessen bewusst bin, dass verschiedenste Perspektiven uns zu unterschiedlichsten Lösungswegen bringen können.

Doch manchmal bin ich einfach verfahren in den eigenen emotionalen Welten und unüberschaubar die erscheinenden Grundrisse meines Geistes. Ich träume gerne, gelegentlich verlaufe ich mich ganz unbewusst in diesen Zustand. Ich träume aber auch ganz realistisch von meinen Zielen, die ich mir irgendwann einmal gesteckt habe, träume von meiner Zukunft. Von Zeit zu Zeit rückt alles immer weiter von mir weg, aber ich versuche es mir immer wieder auf meiner Landkarte des Lebens vor Augen zu halten. Doch wenn es mir misslingt diese realistischen Träume festzuhalten, träume ich wieder von der Sehnsucht, dass ich eines Tages finde, wonach ich eigentlich mit tiefstem Herzen, ohne es zu wissen, suche. Ich träume dann davon, mein Ziel zu finden, von dem ich träumen kann. Dann fange ich an, das Ziel suchend, umher zu irren. Mal läuft mein Leben ganz schnell an mir vorbei, als hätte mal eben jemand die Vorspul-Taste gedrückt, mal ziehen sich Momente, Zustände wie in Zeitlupe. Und beides kann so unerträglich sein.

Ich verliere mich in der Vergangenheit, bin ich doch irgendwie stolz auf die Zeit in der ich ein anderer war. Bin stolz auf die Dinge, die ich getan habe, auch wenn es hier und da Dinge sind, auf die man normalerweise nicht stolz sein sollte. Und doch sehe ich sie als ein Teil von mir. Irgendwie selbstredend, denn hätte ich das alles nicht gelebt, wär ich schließlich heute auch nicht der, der ich bin. Und irgendwie muss ich mir dann auch einmal Recht geben, in meiner ganzen Unsicherheit. Denn an einem bestimmten Punkt habe ich mich eben nunmal um 180° gedreht und bin jetzt, wie ich bin. Reden kann ich aber dennoch nicht über alles. Vielleicht ist das auch mein gutes Recht. Wenn ich ins Gespräch mit anderen komme, heißt es meist seitens meines Gegenübers: „Du und deine Andeutungen!“  Auf den Punkt komme ich meinerseits in persönlichen und emotionalen Themen recht selten. Ich versuche diesem Verhalten nicht meine Erfahrungen voranzuschieben und somit bleibt oft nur das abprubte Ende in dem das Resultat offen bleibt. Mir schießen wilde Gedanken durch den Kopf, wenn ich im Bett liege und Zeit habe nachzudenken. Tagsüber versuche ich mir Aufgaben zu suchen, die mich so sehr und zeitintensiv beschäftigen, dass ich keine Zeit zum nachdenken finde. Doch abends gelingt es nicht. Ich träume nachts wirre Träume. Manchmal macht es mich ziemlich fertig, es fühlt sich an, als ob da irgendwas in meiner Seele sitzt. Ein dunkler Fleck, der sich manchmal ausbreitet und mich meines Lichtes und meiner Freude berauben will. Ich versuche mich zu verstecken hinter dem, was ich bisher gefunden habe. Es ist noch ziemlich übersichtlich, aber diese Puzzleteile die ich bis heute gefunden habe, haben grundlegend mein neues Lebensbild gestaltet, auch wenn es mir furchtbar durchwühlt erscheint. Dann hinterfrage ich mich, ob ich mir nicht nur eine heile Welt vorspiele, ob ich mir nicht immer wieder nur vormache, dass ich ein ruhiges und geregeltes Leben habe. Frage mich, ob alles ist wie ich es will. Dann merke ich, dass ich mich irgendwie ein bisschen hasse, weil es eben so ist, wie es ist, weil es eben gar nicht das ist, was ich will. Und doch ist es besser als es jemals zuvor war.

Ich suche mir immer wieder kleine Lichtblicke, an die ich mich mit so viel Übereifer klammere, dass ich bei jedem kleinen Rückschlag gleich noch tiefer in ein Loch zu fallen drohe. Dann kommt es vor, dass ich alles was mir als ein geeignetes Ziel erscheint, kurzfristig zu meinem Ziel mache, nur um dann mit noch mehr Wehmut festzustellen, dass ich doch nicht das gefunden habe, wonach ich suche. Wenn ich mal ganz ehrlich zu mir selbst bin: ich renne doch irgendwie planlos durch mein Leben, so passiv, und warte darauf, dass irgendetwas zu mir kommt. Dann ersaufe ich hin und wieder im Kummer darüber, in was für einem Trümmerhaufen ich damals gelebt habe. Baue mich dann wieder ein bisschen auf, indem ich in mich schaue und das versuche zu sehen was ich nach meiner eigenen kleinen Wende erreicht habe. Nur um dann wieder im Kummer zu ertrinken, weil ich feststelle, dass ich die Leere von damals bis heute noch immer nicht ausfüllen konnte. Nebenbei fühle ich mich verarscht vom Leben, weil immer wieder Probleme dazu kommen, immer wieder beschleunigen, bremsen, beschleunigen, bremsen… Das, was ich bis hierhin gefunden habe, sehe ich in Gefahr. Ich neige für kurze Augenblicke dazu aufzugeben. Doch ich lasse mich nicht unterbuttern und bleibe stark. Halte fest an dem was ich hab. Versuche mir enorm in den Arsch zu treten, was sich jedoch immer wieder als äußerst schwierig erweist. Dann wünschte ich mir Personen, die zu mir durchdringen könnten. Die verstehen was ich da murmel und von mir gebe. Doch ich rede viel zu wenig über mich und vor allem viel zu wenig über mein Innenleben, dem Herz- und Seelebereich.  Ich wünschte mir einen Rat, den ich mir nicht selber hätte schlußfolgern können. Manche Menschen sagen mir Dinge, die ihnen in dem Moment passend erscheinen, die sie zuordnen können zu diesem Gefühl, welches sie gerade vermuten, das ich gerade fühle, das sie mit mir fühlen. Hinterher tun sie mir manchmal leid, weil diese gut gemeinten Worte einfach nur abprallen an meinen Erfahrungen, die in mir stehen wie eine Mauer die einen langen Schatten werfen und keines dieser mich dort erreicht wo es wirken sollte. Und dann hasse ich mich wieder, weil ich ihnen nicht die wirkliche Chance gab zu mir durchzudringen.

Aber jedes Mal wenn ich meine Unentschlossenheit spüre, sticht es ein wenig durchdringender in meiner Seele. Wenn ich wieder einen dieser Tage habe, an denen der Kopf so voll ist, dass ich nicht mal weiß, womit. An denen ich wieder einmal merke, dass ich noch immer nicht weiß, wohin mit mir. Mal lasse ich die Menschen zu Strömen in mein Leben rein, mal sperre ich mich selbst aus. Und jedes verdammte Mal habe ich das Gefühl, das endlich zu finden, wonach ich suche. Ich weiß ganz genau, dass es nur ein einziges Ereignis braucht, um den Kreis zu durchbrechen, zumindest fürs erste. Dann habe ich jedes Mal so einen Sprung im Herzen, den Moment, in dem ich feststelle, dass ich mich nach einer riesengroßen Umarmung sehne. Etwas, was mich umhüllt, nicht einsperrt oder beengt sondern wärmend umfasst. Einen Moment, in dem ich mir nicht selbst überlassen bin, weil ich es mir so ausgesucht habe.

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