Ist ein bisschen spät, aber: wie war denn der 1. Schultag? :) Du schreibst so unglaublich schön, nicht diese 0815 melancholische traurigkeit die man zum heutigen Zeitgeist erwartet. Ich finde, deine Texte strahlen nur so vor kindlicher Hoffnung oder manchmal eben auch tiefergreifende, unterschwellige Sehnsucht. Aber als melancholisch würde ich sie nie bezeichnen, denn deine Texte sind viel besser als das! Mach bitte weiter so! :) grüße.

Hi shivaevangelica,

vielen Dank für dein äußerst positives Feedback. Nun habe ich mich seit knapp vier Wochen in eine eher unfreiwillige “textorische” Abstinenz begeben, welche zum einen dem berühmten 1. Schultag (und dessen “Folgeerscheinungen”), wie auch einem inspirativen Notstand zu Grunde liegt. Daher entschuldige bitte die ausgiebige Karrenzzeit meiner Antwort. Nichtsdestotrotz kann ich berichten, dass der erste Monat zurück auf der Schulbank einen ganz annehmbaren Verlauf genommen hat. Die wichtigste Erkenntnis ist derweil wohl, dass noch immer, heute wie damals, die Schulpädagogik wenig Freiraum für persönliche Lebensphilosophien bereit stellt. Daher erklärt es sich wohl von selbst, warum mancher Gedanke weder Form noch Farbe im Wort findet. Fachgesimpel und Definitionstheorien lassen da schon einige Hirnzellen ermatten. Und so besteht die Hoffnung, dass sich die Kompatibilität zwischen Pädagogik, Poesie und Pausenbrot noch finden lassen wird. Dies wäre dann wohl meine derzeit “unterschwellige Sehnsucht”. Und nochmal kurz zur “0815 melancholischen Traurigkeit”: Traurigkeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Seins. Und ich mag definitiv Melancholie und Traurigkeit, aber eben auch Freude, Lust und Lebensmut. Eines gleitet ins andere und eben gerade deshalb ist es wichtig sich nicht auf einer emotionalen Ebene festzufahren. Dies tun leider einige viel zu oft, wie du ja nun auch festgestellt hast. Ich kann mich noch an eine Zeit auf tumblr erinnern, in der ausschließlich gefühlskaltes Depressionsgehäule, Bilder von Borderlinern oder Selbstmordäußerungen gepostet wurden. Für mich war es schon immer fragwürdig was es mir selbst bringt jenes seelische Leid von fremden Menschen in mir aufzusaugen oder eben selbst meine eigenen Hoffnungslosigkeiten in die internetale Welt zu streuen. Ich selbst bin auch depressiv erkrankt und hülle mich hin und wieder auch gerne in melancholischen Traurigkeiten, vergesse jedoch dabei niemals die andere Seite. Schatten existiert eben nicht ohne Licht und Licht nicht ohne Schatten. Theoretisch ziemlich einfach, praktisch sicherlich eine aufwendige Übungssache. So schreibe ich auch gerne über die Schattenseiten, vergesse aber dabei nicht das Licht. Und die “kindliche Hoffnung” die du erwähntest schleicht sich wohl gerade deshalb ein, weil eben das Kind in uns drinnen enorm viel mit Leichtigkeit erklären kann, welche wir uns im Erwachsenwerden durch unsere logischen Erklärungen und Abwägungen nicht mehr erklären können, oder eben wollen. Ich freue mich sehr über deine persönliche Interpretation meiner Texte und hoffe ich werde auch weiterhin dieser gerecht. – In diesem Sinne, alles Gute und bis auf weiteres. #gez. Herr Sushi.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s