Vom Denken.

„Ich denke, also bin ich.“
René Descartes

Oft denke ich über das Denken nach. Ob es denn nun wirklich gut ist, allzu konzentriert und gehäuft zu denken. Und überhaupt fördernd über alles nachdenken zu müssen. Denken kann auch schnell zu einem gefährlichen Grübeln werden. Ein Irrgarten der Gedanken. Raubt es letztendlich nicht zuviel Lebenszeit? Oder ist es gar einer der wichtigsten Bestandteile des Seins? Andererseits bleibt keine andere Möglichkeit als mich dem hinzugeben was in meinem Kopf geschieht, was sich in meinem Herzen tut und was die Seele zu sprechen vermag. Doch wäre Herz, Seele und Geist nicht existenziell für mich, wenn ich nicht mit ihnen denken würde. Ich versuche meinem Herzen zu folgen, was eine überaus schwere Lektion ist es überhaupt zu lernen, wenn man doch eher ein Kopfmensch und Logiker nach Prinzipien lebend ist. Doch funktioniert dies alles dennoch nicht ganz ohne den Verstand. Zwar baut der Verstand noch immer die höchsten Mauern und wir grenzen uns mit diesem am meisten ein, aber in Zusammenarbeit mit Kopf, Herz und Seele kann man eine Einheit mit seinem ganzen Wesen finden und unterm Strich eine Harmonie mit seinen Gedanken und Gefühlen, endend in einem Verständnis seiner selbst und alledem was einem umgibt.

Das Denken kann ein Lebensinhalt sein und mir vorallem einen Sinn geben. Einen Sinn für das Hinterfragen des Sinns sozusagen. Kann es mit all diesen positiven Eigenschaften dann wirklich nicht gut für mich sein? Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, Dinge einfach mal geschehen lassen zu wollen, ganz unbedacht. Doch habe ich dann die Angst, dass dieser Moment, vielleicht ein einzigartiger Augenblick, gerade dann, ganz unbeachtet an mir vorbeizieht. Gedanken können die manchmal fremde Welt um uns herum zu unserer eigenen gestalten, in der wir uns letztlich auch wohlfühlen können. Nur Menschen die sich selbst nicht mit der Welt identifizieren können finden in dieser nichts Gutes und das sind jene, die nur das schlechte sehen. Denken ist somit eine wichtige Sache. Es dürfen auch Träumereien sein und vor allem Ziele an die wir gelangen möchten, aber das allerwichtigste ist: Die Gedanken sind verständlich gemachte Gefühle für unseren Kopf, die wirklich wichtigen Entscheidungen trifft jedoch das Herz. Ob wir das nun verstehen wollen oder nicht.

Daraus kann ich für mich die Schlußfolgerung ziehen, dass das Denken eine gute Sache ist, weil ich mit mir selbst kommuniziere und versuche mich zu verstehen und mit mir und meiner Umwelt in Einklang zu kommen. Mein Herz würde mir niemals sagen ich sei schlecht und das hat es auch niemals, auch wenn ich es oft dachte, getan. Jedoch sagt einem meist der Verstand wir seien entweder gut oder schlecht, oder eben diese Menschen, die nur von gut oder schlecht unterscheiden können. Jedoch sind wir nun mal alle so, wie eben jeder einzelne Mensch als Unikat ist. Und wenn wir erkennen können was wir in unserer persönlichen Lebenszeit für uns selbst erreichen wollen, sind wir auf einem guten Weg die Tiefen Täler des Lebens zu durchlaufen oder eben die Bodenständigkeit in unseren Höhenflügen nicht zu verlieren.

„Zu einem vollkommenen Menschen gehört die Kraft des Denkens,
die Kraft des Willens und die Kraft des Herzens.”

Ludwig Feuerbach

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