Waldboden.

Wenn ich so durch die Weltgeschichte laufe, mir vielleicht sogar vornehme, im Wald spazieren zu gehen, passiert es mir oft, dass mein Blick zu Boden geht. Er hängt dann hier und dort, mein Kopf geneigt, das Sichtfeld ausgefüllt mit verschiedensten Bodenbelägen. Dann gehen die Gedanken ihre eigenen Wege, auf diesen Trampelpfaden, genau wie ich. Ich versuche nicht ganz den Anschluss an diese zu verlieren, will ich doch letztendlich auch Schlußfolgerungen in meinem Rucksack mit nach Hause bringen. Solche Spaziergänge tun mir gut. Sie pflastern den Boden mit meinen Problemen. Durch die Bewegung kommen die Sorgen in Schwung und werden durch meinen Kopf gejagt. Ich finde Abstand und komme zugleich näher an ein Verständnis.

Und dann schaue ich nach oben. Löse meinen Blick von dem Geäst, dem satten Grün oder all den braunen Tannennadeln, die mich leise knacksend unter meinen Sohlen immer weiter laufen lassen. Löse meinen Blick von all diesen schönen, mit Geheimnissen übersääten Belägen zu meinen Füßen. Löse meine Gedanken von dem schweren Blei und lasse meinen Blick nach oben gleiten. Schaue auf vom schmalen Pfad und sehe diese Weiten die mich umgeben. Ich nehme all diese Farben wahr, atme die Weite in alle Richtungen ein und aus, ich sehe Wunder, selbst im krummsten Baum, im trübsten Teich und ich fühle wie mein Herz ganz aufgeregt zu pochen beginnt. Es poltert und klopft, hungrig nach mehr. Es schwappt über vor Freude dieses Leben zu sehen. Und dann merke ich, wie sich eine Tür zu meinen Emotionen öffnet. Mich noch intensiver wahrnehmen lässt. Die bleischweren Sorgen und Ängste fliegen scheinbar mit den Wolken hinweg, die langsam über mich hinweg ziehen. Dabei spüre ich den leichten Wind, der den Duft des Waldes weiter treibt. Ich versuche diesen tief in mir festzuhalten, bevor er die Stadt erreicht und dort seine Kraft verliert. Und wenn ich dann zu Hause angekommen bin und die Wege mit Gedankengut gepflastert habe, bin ich wieder leer, frei und sortiert. Alle Gedanken die mich so sehr beschwerten sind auf der Strecke geblieben und säumen nun meine gegangenen Wege auf dem Waldboden …

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