Nachts wachsen.

Mitten in der Nacht liege ich dort unten auf dem Boden. Nicht im Bett. Daneben, wie Tod vor Angst. Ich habe Angst davor, es eines Tages nicht mehr zu haben. Vielleicht im nächsten Augenblick, vielleicht morgen, vielleicht doch erst in Jahrzehnten. Den Herzschlag, den Atem, die Gefühle, die Liebe, die Freuden und die Traurigkeiten. Von jetzt auf dann, das Leben von meiner Seite weicht. Ich sehne mich augenblicklich nach jener zauberhaften desillusionierenden Assoziation die da des öfteren in meinem Geiste umherschwebt, um mich zu beruhigen und mein aufgebrachtes Gemüt in Stille zu wiegen. Nach jener Assoziation, die sich oftmals ziemlich heimisch fühlt in meinem Kopf, sie dort ihre Kreise zieht, keinen Halt findend und versucht sich in dieser Gegenwart zu realisieren. Versucht ein Teil dieser wahren Welt zu werden. Ein Mittelpunkt von dem alle Türen abgehen. Der rote Faden, der die Themen verknüpft. Das Ende, auf welches ich treffe, wenn ich dreimal um die Ecke denke, krumm und schief und scheinbar sinnlos Türen eintrete und Themen durcheinander werfe. Sie ist meine Lieblingsassoziation ohne Namen. Sie ist es, die mein unsicheres, verängstigtes Herz nicht nur in manch verschwitzter Nacht in stille Wogen bettet und mir leise flüsternd vom Leben erzählt.

Bis dann, nach Stunden, die primären Strahlen des neuen Tages durch die Jalousien schleichen, stelle ich euphorisch fest: Es ist noch meins und ich bin seins. Sehen, atmen, fühlen, denken. Leben. Einmaligkeit. Tag für Tag. Und dann ist das Gefühl auf einmal da, ganz nah, nach dieser Nacht in betäubender Angst. Es spricht das Herz trotz aller lieblicher Bescheidenheit: „Und jetzt die ganze Welt!“ Einfach so. Und es fühlt sich nicht einmal utopisch an, sondern ganz nah und voller Überzeugung, wie sich dieses Gefühl und dieser Gedanke schwebend im Licht entfaltet und ich diese tief einatme und es in mir einen leeren Raum erfüllt. Einen Raum für meine Gedanken, meine Lieblingsassoziation(en) ohne Namen und all die haltlosen Worte die noch keine Wurzeln fanden, um Kraft zu schöpfen, dass sie mich weiterhin in Zeiten der Schwäche und Ängste auffangen und in Zeiten von Stärke und Freude am Boden halten …

Ich lebe, sagt mein Herz. – „Und jetzt die ganze Welt!“ erwidere ich, einfach so …

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