Standortsuche.

Und in Momenten der Euphorie, wenn alles scheint perfekt zu sein, bin ich nicht wirklich glücklich. Denn ich weiß, wie zerbrechlich und temporär dieses Glück ist. Wirklich glücklich bin ich, wenn ich mich in die Tragik des Lebens verlieben kann …”

I. Das leichte Leben.

Schwerwiegende Entscheidungen fallen selten in leichten Zeiten, und tiefgehende Veränderungen entstehen nicht durch oberflächliche Erfahrungen. Bedeutende Entwicklungen werden kaum durch unbedeutende Begegnungen angeregt, und persönliche Hilfe erfahren wir so gut wie nie in unpersönlichen Beziehungen. Verständnis für die Schwachheit anderer erwächst nicht aus der eigenen Stärke, und wie man andere Menschen tröstet, wissen wir erst, wenn wir nicht nur getrost, sondern auch selbst getröstet sind. – Warum also sehnen wir uns ausschließlich nach einen leichten und unbeschwerten Leben, wenn das, was uns so wertvoll macht, in einem verletzlichen und tiefgründigen, in einem lebendig gelebten Leben liegt? …

II. Immer weiter wollen.

Es gibt wohl immer wieder diese Zeiten, in denen man seinen Balast einfach nicht los wird. – An keinem Ohr, an keiner Schulter. – Ihn immer weiter schleppt und standhaft bleibt, weil man irgendwann die Gabe fand hoffen zu können. Hoffnung kann außerordentlich viel Kraft geben. Und mit Hoffnung lässt sich mancher Balast so lange (er)tragen bis dieser doch tatsächlich Beine bekommt und sich ganz von selbst verflüchtigt. Und wenn ich dann wieder voll und ganz bei meinem Ich angekommen bin heißt es: “Weiter leben. Weiter suchen. Ganz einfach das zu wollen was es noch gibt. – Ganz unbeirrt.” …

III. Den Horizont vergrößern.

Wie oft passiert es doch, dass kurz vorm Erreichen so manchen Zieles noch einmal alle zeitnah liegenden Pläne zurück auf Null gesetzt werden müssen. Jedoch gerade dann, sollte man sie nicht loslassen und vorallem nicht für nichtig erklären. Nur aufschieben, um neuen Platz zu schaffen für neue Entscheidungen. Die Frage wieviel Zeit einem Menschen gegeben ist, um irgendwann einmal irgendwo anzukommen, wird verschluckt von all den bisherigen Erfolgen. Es fühlt sich ganz gut an in den verschiedensten Tümpeln herumzurudern, nur im Glaube das richtige Ufer anzusteuern. In richtig und falsch finde ich keine Wahrheit. Denn der Reichtum und der eigene Horizont vergrößern sich auch mit jedem weiteren Misserfolg und Fehlschlag aus dem wiederrum neue Erfahrungen wachsen. Der Kurs darf nicht in den Zweifel führen! …

IV. Fragezeichen ausradieren – Den Punkt finden.

Ich versinke nun einige Mondphasen tief in Gedanken daran, ob mein Leben, so wie es verläuft und wie ich es gestalte, mir gut tut und ich den Menschen gut tue die mich umgeben. Ob ich wirklich meine Macken akzeptieren kann, ob meine Existenz nicht doch nur ein gedankenloses hartes Brett ist, mancher Irrgarten in dem ich mich befinde überhaupt einen Ausgang besitzt, ich noch weiterhin Worte zu meinen Gedanken finden kann und so manches Ziel realisierbar ist… Tausend antwortlose Fragen schweben in manch stiller Nacht in meinem Kopf. Keine Ahnung ob nun alles gut ist oder noch gut werden wird in so mancher aktueller Situation und Begebenheit – aber eines ist ganz gewiss: Es wird definitiv früher oder später ein Ende in der Erleichterung finden: wo auch immer dieses zu liegen vermag. Und allen Fragezeichen zum Trotz:

„… Es kommt ja eigentlich auch gar nicht darauf an, ob man dort angekommen ist, wo man hin wollte, als vielmehr, ob man dort angekommen ist, wo man tatsächlich hingehört …”

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