Herzschlag.

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Kennst du das? Du verlierst dich? Verlierst dich …

Verlierst dich in deiner Arbeit. In deinem Leid und deinen Sorgen. Verlierst dich in der Liebe. In deinem Leben? Herzschlag. Mit jedem Mal ein Stückchen mehr? Mit jedem verdammten Mal. Ganz und gar. Vielleicht? Unwiederbringlich? Scheinbar! Herz, schlag. Und plötzlich ist sie da. Da. Präsent. Anwesend. Hier. Die Realität! Das Jetzt!
Herz. Schlag!

Gefangen in der Zeit. Gefangen zwischen War und Bin. Zwischen Sein und Werden. Hier und jetzt. Betäubt, betört, bezirzt. Erwischt sie dich doch. Erwischt und packt dich, wie eine kalte Hand, die sich mit Nachdruck um deinen Nacken legt, die Fingerspitzen streifen sanft deine Gurgel und dein Atem stockt. Das Herz puckert spürbar vom Zeh bishin zum Kopf. Pocht und klopft, als wolle es mahnen. Eiskalt. Plötzlich. Da. Präsent.
Herzschlag.

Die Augen weit geöffnet, in die Dunkelheit starrend, sehend und doch blind, erkennst du beinahe allüberblickend, was du scheinbar nie gesehen hast. Du siehst. Du begreifst. Du erschrickst. Ein unangenehmes Gefühl. Ein Gefühl in einem Moment, in dem dich die Sprachlosigkeit übermannt und deine Zunge in eiserne Fesseln legt. Tausend Worte lassen deine Augen Bände sprechen. Leicht zu lesen und doch kaum zu interpretieren. Geheimnisvoll, wenngleich abgrundtiefe Ehrlichkeit sich widerspiegelt und die Gedanken aus der Tiefe drücken.
Herz, schlag!

Du erschrickst vor dir selbst. Erschrickst vor der Dunkelheit. Dem Nichts. Doch noch bevor du dich erneut entziehen kannst – die Augen zusammengekniffen, fest verschlossen – ergreift sie dich – schneller als sie schwinden kann. Sie hält dich fest. Hält dich im Hier & Jetzt! Hält und umschließt dich. Wie ein Gürtel, der zu eng verschlossen wurde, schnürt sie sich um deine Seele und legt ein stählernes Band um dein Herz. Plötzlich. Da. Präsent.
Herz. Schlag!

Sie lässt nicht los, du kannst sie hören. Sie singt. Sie spricht. Du hörst. Und obwohl du die Augen fest verschlossen hältst, spürst du jedes Wort und erschaffst mit deinen Gedanken Bilder, die nur du zu zeichnen vermagst. Deine Augen kannst du verschließen. Vor beinahe allem und jedem? Immer? Deine Ohren, jedoch nicht! Die Seele spricht.
Herz. Schlag!

Inmitten aller und umgeben von alle dem, was du vermeintlich brauchst, fehlt doch ein Stück. Ein Stück von dir. Und so sehr du dich bemühst, will es dir doch nicht gelingen. Zu sehr ziehen die Gedanken. Zu sehr wiegt das stählerne Band. Zu weit weg ist das Gefühl. Zu weit weg sind die Gedanken. Zu weit weg! Alles ist nichts. Nichts ist alles!
Herz, schlag!

Kennst du das?
Herzschlag.

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