Zuhause.

„Lauf als ob du sehen könntest. Wenn dir alles sagt was du tun sollst. Lauf als ob du sehen könntest. Wenn du nicht mehr weißt was dein Antrieb ist. Lauf als ob du sehen könntest. Wenn du nicht weißt wo du hinsollst. Lauf als ob du sehen könntest. Wenn du nicht mehr weißt wieso du überhaupt irgendwo hinsollst. Lauf als ob du sehen könntest. Wenn du nicht mehr weißt wer du bist. Lauf als ob du sehen könntest.“

Ich habe bis heute eine lange Suche hinter mir. Eine Suche nach mir selbst, eine Suche nach dem Sinn. Eine Suche nach dem Leben. Die Suche nach irgendetwas wird definitiv niemals ein Ende haben. Ich bin mir dessen bewusst, dass es immer etwas geben wird, was ich denke finden zu müssen, um erfüllter leben zu können. Doch weiß ich auch, dass ich mit dem zufrieden sein kann, was ich im Augenblick meines nennen darf. Kann mit dem zufrieden sein, was mich weiter streben lässt. Es geht mir auch gar nicht mehr darum, ob es ein großes Ziel ist, welches ich zu erreichen vermag, als viel mehr die kleinen Wegpunkte wahrzunehmen und zu genießen. Viel zu lang wurde mein Leben fremdbestimmt von Drogentrips und Alkoholexzessen, die mir scheinbaren Trost schenkten wenn ich mich verlief. So unendlich viel der Lebensfreude nahm mir die Depression. Doch heute kann ich mir nicht vorstellen, wer ich wäre, wenn mich all das nicht zu Fall gebracht und die Augen geöffnet hätte.

Ein neues Leben ist möglich. Manche Wahrheiten verbergen sich hinter schweren Mauern von Lügen, Schmerz und Selbstbetrug. Man kann sich an diesen den Kopf zerschlagen oder sie eben durch Mut und Hoffnung zu Fall bringen. Kann erkennen, dass es ohne Licht keinen Schatten gibt, dass mancher tiefe Fall erst zum Höhenflüg verleitet. Ich kann lange Zeit in die falsche Richtung laufen, ehe ich merke dass ich mich von meinem Kopf habe leiten lassen und dabei die Schreie meines Herzens in der Logik ertränkte. So oft brannte meine Seele nach Geborgenheit, nach einem zu Hause. Ich laufe noch heute Gefahr, nicht zu wissen, wie und was das eigentlich so ist. Doch eines lehrte mich der niemals enden wollende Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung: Dass mich ungebunden und frei zu sein nicht immer eine individuellere erfüllende Lebensweise bescheren muss. Nur zu schnell kann ich mich dabei selbst verlieren. Die Wahrheiten über mein Ich verdrängen und mich anstatt auf die ehrliche Suche nach meinem Leben zu machen, schnell in einer Flucht verlaufen in der ich immer mehr blind werde für mich, gegenüber den anderen und den schönen kleinen Dingen, die solch viel großes bewirken können.

Es ist so wichtig einen Ort zu haben, an den ich gebunden sein kann zwischen all dem Suchen und Finden. Einen Ort an den ich heimkehren kann. Der nicht selbstverständlich ist und daher heilig. Einen Ort der mir Ruhe und Kraft schenkt um mir treu zu bleiben. Einen Ort, den ich in mein Herz schließen kann, um sicher zu sein, zurück kehren zu können. Einen Ort, an dem ich sehen kann. – Zuhause.

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