„Do you like the person you´ve become?“

„Die Menschen sind so notwendig verrückt, daß nicht verrückt sein nur hieße, verrückt sein nach einer anderen Art von Verrücktheit.“ :: Blaise Pascal

Ich verrückt? Du verrückt! Alle verrückt!

Einer nach dem anderen. Es macht verrückt. Mich zumindest hat es verrückt gemacht. Ich bin verrückt… Man sagt mir ich wirke selbstsicher. Ich bin mir selbst nicht sicher. Man sagt mir ich könne koordinieren. Meine Gefühle sind unkoordinierbar. Man sagt mir ich solle wieder auf den Boden kommen. Ich schwebte nie. Man sagt mir ich wäre oberflächlich. Das Leben geht mir unter die Haut und macht mich ganz verrückt. Und was ist jetzt zu tun? Was würde der machen, der nicht verrückt ist wie ich es bin? Kenne ich diesen Menschen überhaupt? Den Unverrückten? Den, der wirklich überhaupt gar nicht verrückt ist?

Die Suche nach diesem Menschen beginnt mit einem ausschweifenden Blick in die Gesichter meiner Umgebung. Alle wirken doch sehr normal, gar nicht so verrückt. Aber der Schein ist trügerisch, absolut trügerisch. Dieser Mann zum Beispiel, bekannt als der Karrieretyp denkt zum wiederholten Male auf dem Spießroutenlauf zur Arbeit über die Möglichkeit einer Auszeit in Panama nach. Oder die monströse Gruppe von schwarzäugig geschminkten, in lange Ledermäntel gehüllten Jugendlichen, die versuchen eine Unbekümmertheit durch tägliche, nie enden wollende Saufgelage vorzutäuschen. Oder die zwei hübschen Frauen, die auf der Suche nach Mr. Right in schallendes Lachen ausbrechen sobald sich ein attraktives, männliches Wesen nähert. Ich könnte meine Liste endlos weiterführen und doch zum selben Schluss kommen: Normal ist das alles nicht.

Es ist sogar ziemlich verrückt. Es beruhigt mich, dass es der Rest der Welt scheinbar auch nicht leichter hat, mit dem was man darstellt und mit dem was man fühlt zu kombinieren. Da stellt sich doch die Frage, ob es überhaupt notwendig ist genau das zu tun. Sollte man oder …sollte ich mich nicht einfach damit zufrieden geben, dass ich mich selbst nur verstehen kann wenn ich das provisorische Ich (bestehend aus allem, was sich im Laufe meines Lebens in mir gespiegelt und mir eine ganz besondere Klangfarbe verpasst hat) akzeptiere und zu verstehen lerne, dass die Wahrnehmung dieses Provisoriums von Mensch zu Mensch verschieden ist?

So wird sich an der Tatsache, dass ich weiterhin missverstanden werde zwar nichts ändern. Was jedoch nicht weiter zu bedauern ist, solange ich und jeder Mensch seinem Klang treu bleibt. Und wer dafür bereit ist kann sich die Klänge der ganzen anderen Verrückten bei Gelegenheit mal anhören, und sich so noch näher an die eigene Persönlichkeit herantasten …

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