Unerreichbar: Hörst du es? Hörst du sie? Diese Stille. Sie ist in uns. Sie ist um uns. Sie tut uns gut. So lange habe ich vergessen was es heißt nur ruhig zu sein. Ich habe mich mit Musik zugedröhnt, bis ich so zugedröhnt meine Ruhe übertönt… habe. Übertönt habe ich meine innere Stimme, die mir sagte: Bleib du selbst! Mein selbst habe ich aufgegeben und es durch mein Handy ersetzt. Ich war immer da. Immer nah und immer erreichbar.

Ich habe dafür gelebt. Ich habe es angebetet wie einen zweiten Gott. Immer öfter habe ich darauf gestarrt und es gebeten doch zu klingeln. Mir zu zeigen dass ich nicht allein auf dieser Welt bin. Bin ich denn von allen guten Geistern dieser Erde verlassen? Verlassen habe ich mich auf alles was nicht vor mir war. War erreichbar, aber nicht mehr für die Menschen um mich herum. Ich habe mein echtes gegen ein virtuelles getauscht. War bei Facebook dauer online. Und wenn ich nicht online war, war ich auf dem Handy erreichbar.

Nur manchmal in der Nacht, da habe ich es ausgestellt. Ausgestellt, damit ich schlafen konnte. Konnte ich doch den nächsten Tag kaum erwarten wieder online zu sein. Nur das alles, war… der schöne schöne Schein. Scheinbar habe ich mich einem Teufel hingegeben. Plötzlich war alles um mich herum laut. SO LAUT! Ich konnte kaum noch schlafen. Lautstark habe ich versucht mich gegen dieses laute Leben zu wehren. Doch genau das war der Punkt. Denn du kannst nicht Feuer mit Sprengstoff bekämpfen. Denn dann bekämpfst du dich selbst.

Ich wurde verrückt durch das erreichbar sein. Es wurde zur Sucht. Süchtig war ich nach Nachrichten, konnte kaum noch alleine existieren. Denn was bin ich ohne andere? Bis eines Tages ein Freund mir sagte: „Ich genieße das oft, für die Menschen nicht erreichbar zu sein.“ Und da bin ich aufgewacht. Nach der langen lauten Nacht. Es hat eine Weile gedauert bis ich begriff was er meinte. Meinte ich doch ich hätte das ultimative Wissen. Schließlich war ich immer da. Immer nah und immer erreichbar.

Doch mit der Zeit hat es sich eingeschlichen. Immer öfter. Dieser kleine Gedanke der Unerreichbarkeit.

Ich spürte immer mehr dass es mir fehlte, diese Ruhe in mir. Nicht ständig auf der Suche nach der Anerkennung durch Nachrichten jeglicher Form. Formlos. Das war ich geworden. Ein Schleier meiner selbst. Selbstlos aufgegeben für ein Leben, dass nicht mehr lebenswert erschien. Also änderte ich mein Leben. Ich machte das Handy aus. Außerhalb der Nacht. Nachts schlief ich wieder besser. Ruhte in mir.

Ich suchte nicht mehr verzweifelt nach der Anerkennung durch die kleinen Nachrichten der Menschheit die weit weg von mir war. War ich doch wieder auf mein wirkliches Leben konzentriert. Und auf einmal kam es zu mir. Aus dem nichts von ganz allein. Das Glück und die Lebensfreude. Ohne den wirklich schönen Schein.

Seitdem bin ich in mir, nicht mehr immer da, immer nah und immer erreichbar. Ich bin frei und lebe wieder.

Lebe frei und bin…

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