Ich weiß nicht, wer bei mir im Kopf die Fäden zieht, aber meine Wochentage haben Farben. Wenn die Sonne scheint, spüre ich sie noch intensiver, als würde das Licht sie durchdringen und ihnen Atem einhauchen. Aber auch sonst sind sie so präsent und unabkömmlich wie die Creme auf der Zahnbürste.

Ich habe die Farben nicht bewusst gewählt, um mir die Tage besser merken zu können, es fühlt sich vielmehr so an, als wäre ich über Nacht damit bedacht worden. Wie ein Vogel, der einem urplötzlich ins Haus flattert und der bleibt, weil es ihm gefällt. Mir fehlt der Bezug zu den Buchstaben, die einen Tag ausdrücken, denn das übernehmen die Farben; sie bringen die 24 Stunden in Form und zeigen mir, wann die Sonne aufgeht – quasi eine 1A Übersetzung.

Auch bei den einzelnen Farben hatte ich keine Wahl. Sie sind gekommen, um zu bleiben: vom dunkelblauen Montag bis zum maisgelben Sonntag und dazwischen Orange, Hellblau, Lila, Braun und Grau. Ich muss zugeben, objektiv betrachtet sind die Farben nicht die Schönsten, aber so fest verankert, dass hier Äußerlichkeiten – anders als bei Zahlen – nicht zählen. In Farben kann ich mich verlieren, sie berauschen meine Sinne weitaus mehr als Buchstaben, sie sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Grundlage meiner Wahrnehmung.

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