Herzchenmalerei

Weil es nun mal Zeiten gibt, in denen wir immer und überall einmal Herzchen denken, fühlen und malen…

Ich sehe Herzen, ich male Herzen, ich fühle Herzen und auch sonst ist irgendwie alles herzförmig… Ich mache mir schon ab und an meine Gedanken, warum ich so seltsam herzlich angehaucht bin. Bin ich umnachtet von einem düsteren Schatten? Leide ich unter einer chronischen Verweichlichung? Oder bin ich einfach nur verliebt? Die endgültige Klärung meiner selbstfinderischen Frage werde ich wahrscheinlich nicht finden, da meine untrainierten Synapsen und Verknüpfungstheorien früher oder später ihren Geist aufgeben werden. Vielleicht obliegt es einer optischen Angelegenheit. Rein aus der gestalterischen Perspektive finde ich Herzen, wie auch herzförmiges, wunderschön anzuschauen. Es vermittelt doch irgendwie etwas ruhiges, aktives und zugleich etwas vertrautes und harmonisches. Klar, jenes medizinische Wunderwerk schlägt unter unserer eigenen Brust. Es ist unsere Lebenspumpe. Genau genommen fängt das Herz schon in der Zeit unserer Geburt an zu schlagen, bevor sich unsere anderen Organe noch in der Entstehung befinden. Wie in unserem gegenwärtigen Leben: Das Herz wollte schon immer etwas sagen, aber die Sensibilisierung einiger Wahrnehmungen meines Ichs waren auf diese Art der Kommunikation noch nicht ein- oder ausgerichtet. Der französische Pilot und Schriftsteller Antoine De Saint-Exupery schrieb im „Kleinen Prinzen“: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.  Und ein Satz, der so häufig, unter anderem auch in der seelischen Heilung, vermittelt wird, kann nicht nur Wortmalerei sein. Da steckt mehr dahinter. Diese Aussage aus dem Kinderbuch war einst der erste Leitfaden, den ich von einer Therapeutin bekam als ich mit meiner Selbstfindung begann. Man kann sich sicherlich vorstellen was ich dachte: „Die hat mal ordentlich einige Latten vom Zaun!“ Wahrscheinlich denken genau dieses auch einige Menschen von mir, wenn ich heute vor ihnen stehe und von Herzenssprache und Seelenverwandtschaft philosophiere. Klar, dürfen sie ja auch, ich hab es ja auch gemacht, es dürfen alle mal. Aber es dürfen wirklich auch alle mal Herzchen malen.

Ich male Herzen in den Kaffee, auf Rechnungen, auf Belege, auf Notizen, auf der Bahnfahrt in meinem Kopf, in der Gemeinde, in Konflikten, beim Frühstück, in Unterhaltungen… eigentlich denke ich immer „herzlich“. Und wenn Sie mich kennen würden. Im ersten Augenblick dächten Sie wahrscheinlich, eher stehe ich unter Drogen, als würde ich mich mit Selbstfindung, Harmonie, Liebe und Herzensangelegenheiten beschäftigen und schon gar nicht mit diesen Werten leben. Ich habe eine Glatze, bin tätowiert und gepierct im Gesicht. Und genau da habe ich die Erfahrungen gemacht, dass manche Menschen nur mit dem Auge sehen und andere eben mit dem Herzen, die letzteren schauen hinter die Fassade. Die sehen den wahren Menschen, die Seele. Wir Menschen sind so sehr manipulierbar durch Schein und Illusion. Wir manipulieren uns untereinander, gegeneinander, miteinander. Wirklich kennen tun sich nur wenige Menschen. Im Idealfall natürlich die Partner in einer Liebesbeziehung. Aber wenn ich an meine vergangenen Liebesbeziehungen denke bin ich mir selbst da nicht so sicher. Denn wollte ich da nicht irgendwie immer meiner Freundin gefallen? Da habe ich mich doch gerne für ein paar Stunden verstellt um der zu sein, den sie nach meiner Intuition wollte um den Menschen zu vermeiden der ich eigentlich bin. Heute für mich blanker Horror. Aber da kenne ich einige lebende Exemplare mehr von dieser Sorte. Heute würde ich auch eine andere Herangehensweise an den Tag legen, klar. Aber ich kenne auch Paare, da merkst du diese gehören einfach zusammen. Und diese Beziehungen haben die Herzen zusammen gebracht, nicht der Kopf und sein Verstand. Auf den Verstand zu hören ist leider leichter, als auf das Herz. Der Verstand sendet die scheinbare erste Intuition, aber das tut er nicht wirklich. Er ist einfach nur verdammt laut, daher entscheiden wir auch meistens falsch. Man muss sich sehr viel Zeit nehmen um auf sein Herz hören zu können, aber es ist mit der Zeit wie ein Training, die Herzenssprache nimmt den Vorrang ein und der Kopf kontrolliert eigentlich nur noch die Realisierbarkeit. Das ist eine recht coole Sache für den eigenen inneren Frieden. Das Leben offenbart Facetten im Alltag, da bekommst Du die Tür nicht mehr zu! Und das ist vielleicht auch schon das Geheimnis, warum ich denn nun Herzen male und denke, weil ich LIEBE! Aber nicht nur diese liebe Liebe, sondern die Liebe zum Leben. Die Liebe zu allem. Ich erlebe Erfüllung durch das Dahinter. Nicht gleich immer, dass ist Scheiße man, sondern erstmal schauen welche Wege führen doch zu einem Ziel. Dinge einfach aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Nicht nur immer alles stino geradeaus. Und das sagt mir alles mein Herz und nicht mein Verstand.Und darum: Mein Herz liebt und ich lebe!

Mein Verstand sagt nur: Haste doch ganz gut gemacht!  ♥

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