Zeit und Optimismus

“Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen” und “Im Nachhinein ist man immer schlauer” sind Sätze, die erschossen gehören. Sätze, die so überflüssig sind wie zu sagen, dass ich schön bin, nein haha. Einfach die etwas Offensichtliches beinhalten, aber keine neutrale, sondern eine Art traurige Wahrheit. Jeder denkt wohl, er würde vieles anders machen, wenn er die Gelegenheit dazu hätte. Ein Radiergummi für das Leben. Ich weiß nicht, ob ich das bezweifeln soll oder ich nur einfach aus der Reihe tanze. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich alles genauso nochmal tun würde. Ich habe es ja schließlich schon das erste mal getan. Denn im Prinzip ist jeder Schritt, den man geht, eine Entscheidung. Man wird ständig vor eine Wahl gestellt. Und entweder kennst du ihre Folgen und entscheidest dich dementsprechend für die für dich sinnvollere Wahl oder du musst Risiken eingehen. Wie zum Beispiel das Risiko, die falsche Entscheidung zu treffen und Konequenzen tragen zu müssen. Sagen wir Sätze wie “Warum gibt es bloß keine Zeitmaschine?”, dann in 99 von 100 Fällen, weil wir etwas Falsches getan haben. Entweder haben wir aktiv Fehler begangen, Leute beleidigt, die uns am Herzen liegen zum Beispiel oder auch passive Fehler wie zu wenig Zeit mit einer Person verbracht zu haben, die nun gegangen ist. Wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht fehlerfrei sind und wir müssen den Folgen ins Auge blicken. Verantwortung übernehmen. Das machen leider die Wenigsten und nicht mal ich kann mich wirklich zu ihnen zählen. Denn Menschen neigen dazu sich rechtzufertigen, sich zu keiner Schuld zu bekennen und dem schlechten Gewissen zu entgehen. Man hätte es doch anders gemacht, hätte man gewusst, was passiert. Man weiß es aber nicht, nie. Und das weiß man. Man weiß, dass man es nicht weiß. Dadurch erübrigt sich dieser belanglose Satz doch eigentlich. Und denkt man darüber nach, warum man das getan hat, was man nunmal getan hat, dann würde man es doch wieder tun. Weil man eben erst hinterher schlauer ist. Weil wir nicht hellsehen können, weil wir nicht perfekt sind. Wie schlimm wäre es denn, wenn jeder immer das Richtige täte? Wenn niemand mehr Fehler machen würde? Dann wäre die Welt perfekt? Das wäre sie nicht. Wenn alles immer gut wäre, wäre nichts schlecht. Ein dauerhafter Zustand von gut ist mit der Zeit nicht mehr gut, sondern normal. Nur die Fehler, die wir begehen zeigen uns, dass es besser geht. Würde ich immer alles richtig machen, wäre ich nicht stolz auf mich. Es wäre nichts besonderes. Es wäre vollkommen normal. Aber mache ich hin und wieder Fehler und dann mal etwas Gutes, freue ich mich. Denn es ist was Besonders. Es ist hingegen nicht besonders, Fehler zu machen. Denn Schlechtes überlebt meistens nicht. Dinge, die glücklich machen fallen hingegen immer auf fruchtbaren Boden. Es ist gut, dass wir Fehler machen. Dass wir keine Zeitmaschine besitzen und dass wir erst im Nachhinein klüger sind. Immerhin lernen wir draus. Man kann bereuen. Manchmal tut man Dinge, die man nicht versteht, man verletzt, ohne dass man es wollte. Man versteht sich selber nicht. Man hat Menschen, die man liebt, gehen lassen. Aber man muss die Schuld dafür tragen, die Konsequenz. Und sich bewusst sein, dass man auch in diesen Momenten eine Wahl hatte und vermutlich nur die falsche Entscheidung traf. Aber sich auch darüber im Klaren sein, dass das Leben phasenweise verläuft und niemals in einer Phase verharrt. Dass man diesen schmerzenden Fehler als Lektion mitnimmt für die unendlichen Entscheidungen, vor die uns das Leben noch stellen wird. 

(via silverinmymind)

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