Vielleicht sage ich im Grunde nichts weiter, als dass Worte, da sie eben Worte sind, sich der Wirklichkeit lediglich annähern können; mag ich ihr also noch so nahe kommen, bleibt es dennoch immer nur bei einer Annäherung. Vielleicht will ich auch nur sagen, dass, soweit ich sehe, die Vergangenheit mit Worten weder besiegt noch ausgetrieben werden kann – mit Worten, die entweder der Phantasie oder der Aufrichtigkeit entspringen-, genauso wie es unmöglich ist (zumindest für mich), die Vergangenheit zu vergessen. Vielleicht lerne ich ja gerade erst, was Vergangenheit ist. Jedenfalls ist das Einzige, was ich mit meiner Geschichte machen kann, sie zu erzählen. Und zu erzählen. Und zu erzählen. Und das ist die Wahrheit.

Philip Roth: “Mein Leben als Mann”, S.246/247 (via sammeldeineknochen)
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