Gelesen und für sinnfördernd befunden: ANNE MORROW LINDBERGH „Muscheln in meiner Hand – Eine Antwort auf die Konflikte unseres Daseins“

… Ich lebe sehr glücklich ohne jene Dinge, die ich im Winter im Norden für notwendig erachte. Und während ich diese Zeilen schreibe, erinnere ich mich – und ich erschrecke dabei über die Diskrepanz unserer Lebensschicksale – an eine ähnliche Feststellung, die ein Freund von mir in Frankreich gemacht hat, der drei Jahre in einem deutschen Gefangenlager verbrachte. Natürlich, sagte er und rückte damit seine Behauptung ins rechte Licht, man bekam nicht genug zu essen, man wurde manchmal brutal behandelt, hatte nur wenig Bewegungsfreiheit. Und trotzdem lehrte ihn das Gefangenenleben, mit wie wenig man auskommt und welch außerordentliche geeistige Freiheit und welchen Frieden ein solch einfaches Leben geben kann.

Es ist eine seltsame Ironie, wenn mir dabei wieder einfällt, dass in Amerika heute mehr Menschen als in irgendeinen anderen Land der Erde das Privileg besitzen, zwischen einem einfachen und einem komplizierten Leben zu wählen. Und die meisten von uns, die wir Einfachheit wählen könnten, wählen die Komplikation. Krieg, Gefangenschaft, Überleben zwingen den Menschen Einfachheit auf…

Der Mönch und die Nonne wählen sie freiwillig. Findet man sie aber, dann findet man auch die heitere Gelassenheit, die sie uns schenkt … “

…Hinter mir dröhnt das Meer. Geduld – Glaube – Bereitsein. Das ist es was das Meer uns lehrt. Einfachheit – Einsamkeit – Wechsel … Aber es gibt, noch mehr Muscheln zu finden. Dies ist nur ein Anfang.

[Anne Morrow Lindbergh, 1955] | ISBN 3-492-03034-3

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