Sonntagsmelancholie.

Chayama

Hier sitze ich nun, auf dieser Bank, mein kleines Netbook auf dem Schoss, vor mir die grüne immer saftig werdendere Wiese, die wohl in den nächsten Wochen desöfteren gemäht werden muss. Die Vögel singen ihre Lieder, die Insekten summen und kreisen mir um die Nase. Die Sonne scheint mir auf den kark behaarten Kopf und erwärmt meine Hirnwindungen. Es kommt mir vor als seien sonnige, warme Sonntage intensiver als dunkle und graue. Es scheint mehr Ruhe in der Luft zu liegen, obwohl die Nachbarskinder kreischen, die Hunde bellen und die Strasse mit Kinderwagen schiebenden Frauen und dazu gehörigen Männern überfüllt ist. Aber grundsätzlich sind die Gemüter scheinbar ausgeglichener. Auch ich fühle mich ausgeglichener, allerdings mag ich lieber verregnete, graue Sonntage, da ich an diesen theatralischere und schwerere Gedanken nieder schreiben kann. Nun gut, aber heut scheint die Sonne nunmal, auch gut.

Wenn ich hier so sitze und nachdenke, und diesmal kontinuierlich mal geradeaus und nicht immer nur im Kreis, dann denke ich nach was dieser Sommer noch so bringen mag. Vieleicht noch mehr prickeln im Bauchbereich? Vieleicht sogar eine große Liebe? Erfolge auf welchen Ebenen auch immer? Wie geht alles aus, was ich derzeitig angegangen bin? Meist enden alle Überlegungen im positiven Bereich, denn selbst wenn etwas am Ende nicht so wird, wie ich mir es jetzt wünsche, benötigen manche Hoffnungen und Ziele eben andere Wege. (Das war nicht immer so, der Optimismus ist auch mir nicht in die Wiege gelegt worden.) Gerade in diesem Augenblick freue ich mich darüber, dass ich einfach nur hier sitze und ärger mich gleichzeitig darüber dass es in diesem Dorf kein Stadtcafé gibt in dem ich jetzt einen großen Eisbecher essen würde. Dieses Dorfleben kann manche Sonntage echt grausam machen. Die Ruhe ist auf geraume Zeit ja auszuhalten, aber irgendwann wünscht Du Dir doch mal wieder diese Anonymität in der Stadt. Ich sehne mich schon nach der Zeit, nach der Zeit nach dieser jetzt. Wenn neue Pläne, neue Ziele und neue Beziehungen anstehen.

Das Leben, immer wieder im Wandel. Es verändert dich täglich, Du veränderst deine Umwelt täglich und alles ist immer in Bewegung, wenn Du nicht im Stillstand stehst. Es ist alles spannend, wenn man endlich dass erkannt hat, worum es im Leben geht, es geht ums Leben, darum etwas daraus zu machen. Nichts Großes, nur dass Du selbst zufrieden bist. Zufriedenheit ist ein großes Glück. Ich denke glücklich sein ist eine ziemlich große Sache und wäre ein hochgestecktes Ziel, aber Zufriedenheit, dass ist greifbar und macht die Seele ruhig.

So lehne ich mich zurück an die Bank, schließe meine Augen und höre den Liedern der Vögel, lausche dem Summen der Insekten und werde eins mit den Geräuschen der Menschen. Es ist Sonntag und trotz meiner Sonntagsphobie ist es gut so und ich freue mich auf die neue Woche, die neue Aufgaben bringt und neues bewegt…

Sonniger Friede sei mit Euch,

schönen Sonntag noch…

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